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Finis

Das also wars für das Innenstadtgymnasium in Fürstenfeldbruck. Die Geschichte wird jetzt ablaufen wie ein Uhrwerk. Olching hat schon mal ein Grundstück für einen Euro angeboten, die Möglichkeit Eichenau ist ebenfalls nicht vom Tisch und die üblichen Optimisten stehen mal wieder mit offenem Munde staunend da.

Wirklich aufregen könnte ich mich allerdings über die SPD. Politischen Verstand haben die nicht für 5 Pfennige. Die lassen sich doch tatsächlich von der CSU derart verarschen, dass die SPD nachher als "Totengräber" des Brucker Innenstadtgymnasiums dastehen wird. CSU und SPD bewegen sich, wie Herr Eisenkolb von der SZ meint, behutsam aufeinander zu. So ein Schmarrn, die CSU zieht die SPD mal wieder langsam und sauber über den Tisch, was irgendwie natürlich auch eine Aufeinanderzubewegung ist.

Wirklich aufregen könnte ich mich auch bei dem Gedanken, dass unsere Kinder jetzt in dem, laut Karmasin ganz sicher nicht hergerichtet werdendem, "alten" GRG ihre Tage verbringen dürfen, ganz abgesehen von dem tollen Pavillon, der jetzt schon dick schimmelt und vermutlich aus gesundheitlichen Gründen wieder abgerissen werden muss. Dazu könnte ich jetzt sehr viel sagen, aber empfindlich und dünnhäutig wie die Herrschaften Karmasin, Mörtel, et al so sind, sag ich lieber nichts, nachher sind sie gleich wieder beleidigt und rennen heulend zum Kadi.

Übrigens, man kann in unserer schönen bayerischen Sprache, die sie alle nicht mehr beherrschen, diese Hüter der Heimat, den Titel "Herr Doktor" durchaus als grobe Beleidigung aussprechen, oder, wie mein Opa, der tatsächlich noch Bayerisch konnte immer so schön geschimpft hat: "Saubande, elende, häd i boi gsogt".

Fürstenfeldbrucker SZ vom 19. 01. 2005

Kein Geld für Schulbau

Kreisausschuss streicht alle Mittel für Tulpenfeld

Die Mehrheit des Kreisausschusses hat in der Montagssitzung Landrat Thomas Karmasin alle Mittel für das Schulzentrum auf dem Tulpenfeld aus dem Haushaltsentwurf 2005 gestrichen. Sollte der Kreistag in der nächsten Woche diese Entscheidung bestätigen, dann würden die Planungen für den Neubau des Graf-Rasso-Gymnasiums und ein Berufs- und Fachoberschule ins Stocken geraten.

Der Sparbeschluss beinhaltet nämlich auch die Mittel für den Architekten-Wettbewerb, der nach dem Zeitplan des Landratsamtes bis zum Sommer abgeschlossen sein sollte. Zuvor hatte bereits der Kulturausschuss das Geld für den Grunderwerb auf dem Tulpenfeld vorerst wieder aus dem Etatentwurf gestrichen. Landrat Thomas Karmasin bekräftigte am Montag, er wolle weiterhin an den Grundsatzbeschlüssen zum Bau des Schulzentrums festhalten.

Mit dem Beschluss vom Montag setzte sich dei SPD-Fraktion erstmals mit einem Antrag zum Schulzentrum durch. Das war nur möglich, weil auch zwei CSU-Kreisräte mit der SPD, den Grünen und den Unabhängigen Bürgervereinigungen stimmten. die konservative Kreistagsmehrheit stand damit nicht mehr geschlossen hinter dem Vorhaben. Bei den Beratungen am Montag zeichneten sich aufgrund der prekären Haushaltslage neue Konstellationen im Kreistag ab. CSU und SPD bewegen sich in früher strittigen Fragen behutsam aufeinander zu. So stieß auch der SPD-Vorschlag, die Ausgaben des Landkreises zu deckeln, bei der CSU auf offene Ohren. (eis)


Und als bezeichnende Ergänzung in der gleichen Ausgabe der SZ:

Kritik am Grunderwerb

Stadt kauft Anwesen um Straße zu verlegen

Rund eine Million Euro ließ sich die Kreisstadt den Erwerb des Hauses in der Fürstenfelder Straße kosten, in dem sich ein Bäderstudio befindet. Das Haus soll abgerissen werden, um dann über dieses Grundstück eine neue Zufahrtsmöglichkeit zur Bullachstraße zu schaffen. Diese kleine Stichstraße wiederum ist für Bürgermeister Sepp Kellerer dei Voraussetzung für die seit längerer Zeit ins Auge gefasste Umgestaltung des Leonhardsplatzes. Dieser soll gepflastert werden und dann nicht mehr als Durchgangsstraße dienen. Finanzieren will Kellerer die Umgestaltung mit Zuschüssen der Städtebauförderung.

Stadtrat Walter Schwarz (SPD) glaubt, dass es sich die Stadt nicht mehr leisten kann, so viel Geld für die Pflasterung eines kleinen Platzes auszugeben. Angesichts des Preis, (Preises, Herr Eisenkolb, wir wollen doch Vorbild sein, GBo) den die Stadt für das abzubrechende Haus in der Fürstenfelder Straße gezahlt habe, könne man den Platz auch pflastern und trotzdem die Stichstraße zur Bullachstraße belassen, wo sie zurzeit verläuft. Die Verschönerungs maßnahme wäre auch ohne Grunderwerb möglich, so der Kritiker. Schwarz schätzt die Gesamtkosten für eine Vergrößerung des Platzes um nicht viel mehr als hundert Quadratmeter auf mehr als zwei Millionen Euro. Da die Stadt zudem nur 200 Quadratmeter der rund 700 Quadratmeter großen Neuerwerbsfläche für die Stichstraße brauche, müsse sie die größten Teil (aber, aber Herr Eisenkolb, das ist jetzt schon der zweite Lapsus in diesem Text, Konzentration, oder ist ihnen auch schon alles wurscht? GBo) des Geländes wieder rund zur Hälfte des Einstandspreises veräußern.

Bürgermeister Sepp Kellerer (jetzt plötzlich doch wieder Sepp, letzt Woche war er noch der Josef, merkwürdig, GBo)(CSU) erklärte gestern, das Geschäft sei völlig korrekt abgelaufen. Grundlage für den Kaufpreis sei ein Gutachten gewesen. Besser könne man sich nicht absichern. Das Projekt sei offen im Stadtrat diskutiert worden. Dem in nichtöffentlicher Sitzung beschlossenen Kauf habe auch die SPD zugestimmt. Zudem sei das Vorhaben vorher mit der Regierung abgesprochen worden, um die Zuschüsse nicht zu gefährden (eis)

Mein Kommentar:

Da hat die SZ wirklich ein schönes Sittengemälde "gemahlen", wie man in Bürgermeisterkreisen, wo man sich besonders gewählt auszudrücken pflegt, sagen würde. Die ganze Erbärmlichkeit einer kleinbürgerlichen Scheinwelt wird in der vorliegenden Zusammenstellung gnadenlos sichtbar. Einerseits der gewaltsame Niedergang unseres Schulwesens, andererseits werden eiskalt 2 Millionen Euro für 200 Quadratmeter Pflaster ausgegeben. Und das nur, um die Illusion einer Innenstadt zu erzeugen, deren Oberbürgermeister Kellerer werden will und die es in Wahrheit nicht gibt und so nie gegeben hat. Kellerer und seine Mannen sollten sich bei Disney bewerben, da könnten sie auf ihre alten Tage noch veritable Karrieren machen.

Wenn man gleichzeitig noch weiß, dass die unerbittliche Ausblutung der Restinnenstadt durch die Ansiedlung weiterer großflächiger Einzelhandelsprojekte in den Außenbereichen gerade von Kellerer energisch vorangetrieben wird, verzweifelt man endgültig an einer wildgewordenen Bande machtbesoffener Kleinbürger, denen der Wähler, in seiner unbegreiflichen Dummheit, alle Wahlen wieder, eine satte Mehrheit beschert.

Nächstes Jahr wird dann wie gehabt über die Pleite lamentiert und idiotische Jammerlappen werden aus den Fenstern des Rathauses hängen. Einen Zusammenhang gibt es da selbstverständlich nicht.

Bezeichnend finde ich jedesmal, wie verräterisch die Sprache des Bürgermeisters ist. Er sagt tatsächlich, das Projekt sei offen, nichtöffentlich diskutiert worden. Zudem betont er sofort, alles sei korrekt abgelaufen. Sehr interessant.

GBo