Ältere Meldungen und Kommentare finden Sie im Archiv


Zu untenstehendem Artikel zum Thema Graf Rasso ein Kommentar von Günter Bodendörfer

Es ist zum Heulen

Ja, es ist wirklich zum Heulen, die SPD betreibt unverdrossen das Geschäft der Gymnasiumsverhinderer. Nichts anderes sind sie nämlich, die Damen und Herren der CSU. Worum gehts? Selbstverständlich nicht um die Schüler, sondern nur und ausschließlich um Geld. Das "marode" Rasso darf nicht am bisherigen Standpunkt bleiben. Es ist der B2-Verlagerung im Wege und verhindert gleichzeitig die Vermarktung der Immobilie. Die B2-Verlagerung braucht der Brucker Bürgermeister unbedingt, da er ansonsten die Grundstücke am neuen Maisacher Kreisel und entlang der B471 sowie in der Hasenheide (INDUSTHA) nicht vermarkten kann. Vermutlich ist zudem der Firma OBI die Anbindung nach Süden eh schon vertraglich zugesichert worden.

Die SPD lässt jetzt prüfen, ob am Tulpenfeld überhaupt gebaut werden darf. Hoffentlich, so werden sich viele CSU-Bürgermeister im Kreistag denken, hoffentlich dürfen wir dort nicht bauen, dann nämlich können wir wesentlich billiger in Eichenau zu einer Lösung kommen. Was geht uns Bruck an, die Kreisumlage ist unser Problem.

Der Vorsitzende der Bürgerinitative zur Erhaltung und Erweiterung des Graf Rasso am jetzigen Standort ist jetzt tatsächlich rechtskräftig verurteilt worden. Er hat Herrn Mörtel, Karmasins Untergebenen im Bauamt, bei einer verbalen Auseinandersetzung spontan der Lüge geziehen. Da sind sie dünnhäutig die Herrschaften, da legt der Landrat dann schon Wert darauf, dass sein Untergebener sich auch wirklich beleidigt fühlt und gleich zum Kadi rennt. Eigentlich gings nur darum, wie welche Zahlen denn jetzt zu werten sind. Dass die Zahlen des Herrn Mörtel zumindest interpretationsfähig sind, ist ja wohl unbestritten. Was Leute wie Karmasin anscheinend nie begreifen, durch ein solches Verhalten werden immer mehr Menschen die Augen über die tatsächlich gelebte und abgelebte "Demokratie" geöffnet. Da schafft sich der Landrat und die regierende Staatspartei völlig unnötig Gegner, denen sie langfristig nicht gewachsen sein dürften.

Lippenbekenntnisse einerseits und brutale, zynische Macht- und Geldpolitik im richtigen Leben. Das Kartell der Adabeis und der Hin- und Rücksichtls, wen wundert da noch der Niedergang unserer Republik der Vorteilsgeber und -nehmer, mich ganz sicher nicht.

Die Vernichtung unserer städtisch geprägten Zivilisation als Folge ihres Verhaltens, können sich die beteiligten Herrschaften vermutlich eh nicht vorstellen. Da ist der geld- und machtverklebte Horizont dann doch zu eng und zudem rechnet ja auch keiner wirklich damit, mit den Folgen seiner Verantwortungslosigkeit noch in diesem Leben konfrontiert zu werden. Das allerdings halte ich für einen gewaltigen Irrtum.

Schulzentrum auf dem Tulpenfeld wackelt

Thomas Karmasin (CSU) will mit Grundsatz-Diskussion klären, ob sich der Landkreis den Neubau überhaupt noch leisten kann

Fürstenfeldbruck
Obwohl es einen Grundsatzbeschluss des Kreistages zum Bau eines Schulzentrums gibt, obwohl sich der Landkreis, die Stadt Bruck und der Wittelsbacher Ausgleichsfonds in der Frage des Grunderwerbs einig sind und obwohl die Bauabteilung des Landratamtes Bewerbungen für einen Architektenwettbewerb sammelt und eine Vorentscheidung für sechs Büros bereits gefallen ist, könnte der Bau des seit Jahren umstrittenen Schulzentrums auf dem Tulpenfeld mit einem neuen Graf-Rasso-Gymnasium und einer Berufs- und Fachoberschule erstmals auf der Kippe stehen.

Was die Bürgerinitiative für die Sanierung des maroden Rasso-Gymnasius mit einem Bürgerbegehren nicht gelungen ist, was die Gegner des Schulzentrums im Stadtrat und Kreistag nicht mit ihren Einwänden gegen das Bauvorhaben im Hochwasserschutzgebiet erreichten, erscheint angesichts des maroden Haushalts plötzlich in einem neuen Licht. Landrat Thomas Karmasin (CSU) musste in der Sitzung des Kreisausschusses am Montag einräumen, dass es nicht mehr sicher ist, ob sich der Landkreis das Schulzentrum noch leisten kann. Für die Schulleitung und die Lehrer des Gymnasiums, die seit langem einen Neubau fordern, ist das keine frohe, vorweihnachtliche Botschaft.

Karmasin stellte in einer längeren Grundsatzdebatte auch klar, dass es mit ihm keine Sanierung geben wird.Die einzige Alternative des Landrats lautet: Neubau oder überhaupt nichts. Eine Schulsanierung, wie sie SPD und Bürgerinitiative favorisieren, soll es am alten Standort nicht geben. Das darf der Landkreischef sagen, zu entscheiden hätte jedoch der gesamte Kreistag mit 70 Mitgliedern

Trotzdem zeigte sich Karmasin in einem anderen Punkt im Gegesatz zu früher kompromissbereit. Wie von SPD-Kreisrätin Rosemarie Grützner beantragt, soll die Landkreisverwaltung beim Umweltministerium eine Stellungnahme einholen, ob es grundsätzlich möglich ist, nach Maßnahmen zur Hochwasserfreilegung auf dem Tulpenfeld ein Schulzentrum zu errichten. Nach dem Motto "was man privaten Bauherrn untersagt, darf die öffentliche Hand nicht für sich durchdrücken" glaubt die SPD, dass auf dem Tulpenfeld überhaupt kein Bauland geschaffen werden darf. Sie beruft sich dabei auf ein Grunsatzurteil.

Fraktionsübergreifend ist man sich nun einig, das Paket Schulneubau nochmals aufzuschnüren. Dabei geht es um die Frage, wie der Landkreis grundsätzlich zu den Schulen steht. Laut Herbert Kränzlein, (SPD) soll keiner Schule eine Raummmehrung zugesagt werden. Es gehe um pädagogische Konzepte, nicht um Ausstattung. In Notzeiten mit Schichtunterricht seien die deutschen Schüler weltweit führend gewesen. Was fehle seien hochmotivierte Lehrer. (eis)